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Jubiläum Roßlau|800

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Das Jubiläum RO|800 bereichert das gesamte Jahr 2015. Das Jubiläumsjahr RO|800 orientiert sich an den vorhandenen Veranstaltungen Roßlaus. Es ist umrahmt von einer Auftaktveranstaltung, einem Festakt, dem Höhepunkt zum Roßlauer Heimat- und Schifferfest und einer Abschlussveranstaltung zum Roßlauer Adventsmarkt.

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Herausgeber: FöV der Schifferstadt RO
Unterstützt durch: Stadt Dessau-Roßlau

Aktuelles Kalenderblatt RO|800:

4. Dezember

Am 4. Dezember 1673 '...starb der alte Holtz-Förster Gallus Spretz, nachdem er 101 Jahr alt worden.' Das berichtet die älteste Roßlauer Chronik aus dem Jahre 1747. Galle Spretz ist demnach um 1572 geboren. Er stammte aus Reichenwalde, einem Dorf zwischen Storkow und dem Scharmützelsee und kam nach 1610 nach Roßlau. Als er am ersten Sonntag nach Trinitatis 1619 die Coswigerin Ursula Bricke (Wricke) heiratete, wurde er „Zeugknecht zu Roßlaw“ genannt. Er stand in Diensten des Amthauptmanns Johann Christian von Metsch (1583-1640), der das Paar „auff dem Furstlichen Hause trawen“ ließ. Später wurde er Holzförster und erwarb das Roßlauer Bürgerrecht. Am 17. August 1643 wurde er von Holzförster Brose Schröter gelobt, er „hätte fleissiges geleistet“. Vermutlich geschah dies im Zusammenhang mit seiner Entlassung in den Ruhestand. Sein Sohn Johann (um 1614-1695) trat seine Nachfolge als Holzförster an. 1673 wird er Schütze, Hegereiter und Förster zu Roßlau genannt. Das Sterberegister Roßlau 1673, S. 604 berichtet ausführlicher: „D. 4 Decembris. Ist Galle Spreetz, der Alte gewesene Holzförster, Johann Spreezes, auch derzeit Holzförsters alhiero Leiblicher Vater, des abends verschieden, und den 7. Ejusdem [gleichen Monats] od. Dominica [Sonntag] 2. Advent mit einer LeichenPredigt bestattet worden, welcher sein Alter Vollkömlich, welches Notabel, ohne sondere Zufälle und Kranckheiten auff Hundert und Ein Jahr gebracht, und nur dieses Jahr von Bartholomaej [24. August] biß obigen 4 Xbr. Lagerhafftig gewesen, und fast biß an sein Sehl. Ende geßen u. getruncken.“ Hedwig, seine zweite Ehefrau wurde am 4. November 1696 mit einer Leichenpredigt begraben.

Kaum hatte die Anhalt-Zerbster Prinzessin Sophie Friederike als Katharina II. den russischen Kaiserthron erstiegen, erließ sie am 14. Oktober 1762 einen Erlass, einen Ukas zur Besiedlung ihres Riesenreichs, der wie folgt begann: „Da in Rußland viele öde, unbevölkerte Landstriche sind und viele Ausländer um Erlaubnis bitten, sich in diesen Gegenden anzusiedeln.“ Diese Ankündigung wurde in einem Manifest umgesetzt und am 4. Dezember 1762 zur Veröffentlichung bestimmt. An diesem Tage schrieb die Kaiserin dem General-Prokureur Glebow auf einen Zettel zur Übersendung des zu druckenden Manifestes: „Alexander Iwanowitsch! Dieses Manifest soll in allen Sprachen veröffentlicht und in allen ausländischen Zeitungen abgedruckt werden!“ Dies geschah denn auch. Roßlau wurde daraufhin zum Zentrum der russischen Kolonisten in den Jahren 1765-1767. Da der Aufruf noch nicht die erwünschte Wirkung erzielt hatte, erließ Katharina II. am 22. Juli 1763 nachfolgendes Manifest:

Von Gottes Gnaden

Wir Catharina die Zweite, Zarin und Selbstherrscherin aller Reußen zu Moskau, Kiew, Wladimir, Nowgorod, Zarin zu Casan, Zarin zu Astrachan, Zarin zu Sibirien, Frau zu Pleskau und Großfürstin zu Smolensko, Fürstin zu Esthland und Lifland, Carelien, Twer, Jugorien, Permien, Wjatka und Bolgarien und mehr anderen; Frau und Großfürstin zu Nowgorod des Niedrigen Landes, von Tschernigow, Resan, Rostow, Jaroslaw, Belooserien, Udorien, Obdorien, Condinien, und der ganzen Nord-Seite, Gebieterin und Frau des Jurischen Landes, der Cartalinischen und Grusinischen Zaren und Cabardinischen Landes, der Tscherkessischen und Gorischen Fürsten und mehr anderen Erb-Frau und Beherrscherin.

Das Uns der weite Umfang der Länder Unseres Reiches zur Genüge bekannt, so nahmen Wir unter anderem wahr, daß keine geringe Zahl solcher Gegenden noch unbebaut liege, die mit vorteilhafter Bequemlichkeit zur Bevölkerung und Bewohnung des menschlichen Geschlechtes nutzbarlichst könnte angewendet werden, von welchen die meisten Ländereyen in ihrem Schoose einen unerschöpflichen Reichtum an allerley kostbaren Erzen und Metallen verborgen halten; und weil selbiger mit Holzungen, Flüssen, Seen und zur Handlung gelegenen Meerung gnugsam versehen, so sind sie auch ungemein bequem zur Beförderung und Vermehrung vielerley Manufacturen, Fabriken und zu verschiedenen Anlagen. Dieses gab Uns Anlaß zur Erteilung des Manifestes, so zum Nutzen aller Unserer getreuen Unterthanen den 4. December des abgewichenen 1762 Jahres publiciert wurde. Jedoch, da wir in selbigen Ausländern, die Verlangen tragen würden, sich in Unserem Reich häuslich niederzulassen, Unser Belieben nur summarisch angekündiget; so befehlen Wir zur besseren Erörterung desselben folgende Verordnung, welche Wir hiermit feierlichst zum Grunde legen, und in Erfüllung zu setzen gebieten.

>>> weiter lesen in der Kalenderübersicht.

[von Klemens Koschig | Alle Kalenderblätter hier]

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Begleitet wird das „Jubiläumsjahr RO|800“ von einer Stafette von Staffelstäben. In jedem werden Zeitzeugnisse der Veranstalter, der Vereine und Themen der Stadt eingebracht und mit einem Siegel verschlossen. Die so entstandenen „Zeitkapseln“ werden an dem „Jubiläums-Träger“ – unserem „Zeitzeugen RO|800“ angebracht, der für die nächsten 50 Jahre seinen Platz im Roßlauer „Kulturkaufhaus“ finden soll. Zum 850. Geburtstag Roßlaus dürfen die 30 „Zeikapseln“an den versiegelten Seiten wieder geöffnet werden.